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LOER, THOMAS (2023): Videos. In: ANDREAS FRANZMANN; MARIANNE RYCHNER; CLAUDIA SCHEID & JOHANNES TWARDELLA (Hrsg.) Objektive Hermeneutik. Handbuch zur Methodik in ihren Anwendungsfeldern. (UTB). Opladen, Toronto: Barbara Budrich, S. 372–404. URL: https://www.utb.de/doi/ ... 8/9783838559445-254-405. DOI: https://dx.doi.org/10.36198/9783838559445 
Added by: Thomas Loer (11/16/22, 12:28 AM)   Last edited by: Thomas Loer (11/19/22, 12:04 PM)
Resource type: Book Article
DOI: 10.36198/9783838559445
ID no. (ISBN etc.): 9783825259440
BibTeX citation key: Loer2023b
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Categories: General
Keywords: Bewährung, Datentyp: Film, Datentyp: Video, Fremder, Fundamentalismus, Islam, Islamischer Fundamentalismus, Videoanalyse, Videoaufzeichnung
Creators: Franzmann, Loer, Rychner, Scheid, Twardella
Publisher: Barbara Budrich (Opladen, Toronto)
Collection: Objektive Hermeneutik. Handbuch zur Methodik in ihren Anwendungsfeldern
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Abstract
Videographien oder Videoaufzeichnungen sind Aufzeichnungen von sequenziell verlaufenden, sichtbaren und in der Regel hörbaren Ereignissen; diese werden zunehmend zum Gegenstand kultur- und sozialwissenschaftlicher Forschung (vgl. Loer 2010). Die Frage, was die Indikation dafür sein könnte, Videos als Datenmaterial heranzuziehen oder die Videographie als Erhebungstechnik zu nutzen, gilt es stets ernsthaft zu stellen; dies würde vermutlich oftmals dazu führen, sich auf Audioprotokolle zu beschränken, die wesentlich weniger aufwendig zu erheben, aber oftmals für die Beantwortung der Forschungsfrage ausreichend sind. Denn Sprache ist die prominente Ausdrucksmaterialität der Praxis und die akustische Aufzeichnung damit die zu bevorzugende Erhebungstechnik.
Gleichwohl kann es in der Forschungsfrage um Aspekte des Gegenstandes gehen, die in der sprachlichen Ausdrucksmaterialität nicht erfasst werden – etwa (i) wenn es um mimische oder gestische Modulation des Gesprochenen oder um non-verbale Kommunikation geht, insbesondere, wenn die Diskrepanz zwischen verbaler Sprache einerseits und Mimik, Gestik oder anderen ‚leibgebundenen Expressionen‘ andererseits eine Rolle spielen; oder (ii) wenn in der Fragestellung der Umgang mit Objekten untersucht werden soll, die akustisch nicht oder nicht hinreichend wahrnehmbar sind; oder schließlich (iii) wenn die non-verbale Kommunikation selbst im Fokus der Forschungsfrage steht.
Eine weitere Indikation für die Heranziehung von Videoaufzeichnungen als Datenmaterial besteht dann, wenn die zu analysierende Praxis selbst dieses Datenmaterial erzeugt hat und dieses Datenmaterial für die Fragestellung im Sinne der Aspekte i, ii oder iii zu bevorzugen ist; hinzukommen kann noch, dass insbesondere die Praxis der Selbstdokumentation selbst im Fokus der Untersuchungsfrage stehen könnte; schließlich könnte auch das Video eine aus ökonomischen Gründen zu bevorzugende oder gar die einzig zugängliche Ausdrucksgestalt der zu untersuchenden Praxis sein.
  
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